Gian Galeazzo Caracciolo - Vini Alois - Alois Wines

Gian Galeazzo Caracciolo

Giovan Francesco Alois, Literat und Humanist.

Ursprünglich in Capua ansässig, zog die Familie Alois in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nach Caserta um.

Trotz jahrhundertealter und gut belegter langobardischer Wurzeln gehörte die Familie nicht zum damaligen Adel. Dennoch war sie angesehen genug, um Ehebündnisse mit bedeutenden Adelshäusern einzugehen, wie z. B. den Caracciolo.

So war Giovan Francesco Alois 1510 als Sohn von Aloisio Alois und Ippolita Caracciolo geboren worden und heiratete Isabella Caracciolo, die ihm fünf Kinder schenkte: Ippolita, Beatrice, Luigi, Orazio und Giovan Battista.

Die Familienresidenz in Caserta befand sich im Ort Piedimonte di Casolla und ist dort noch heute im oberen Ortsteil sichtbar, an der ursprünglich über Casolla und S. Pietro ad Montes nach Casertavecchia führenden Straße. Doch hielt sich die Familie für gewöhnlich in ihrem Palast zu Neapel auf, in der Nähe der Kirche San Nicola a don Pietro, an einem Bogen mit dem Namen “Supportico dei Caserta”. Hier fand Giovan Francesco berühmte Lehrer, wie Pietro Summonte (1453-1526), und pflegte Freundschaften mit zahlreichen Humanisten der Zeit, vor allem über Scipione Capece.

Innerhalb des humanistischen Ambientes Neapels wurde Giovan Francesco Alois “Il Caserta” genannt.

Am 4. März 1564 starb Giovan Francesco Alois, von der Kommission der Inquisition wegen seiner Reformideen zum Tode verurteilt. Was den auf die Hinrichtung folgenden Tumult angeht, unterstreicht die moderne Kritik, dass es sich um eine regelrechte Revolte gehandelt habe, und schreibt sie der Grausamkeit ihrer Ausführung zu, da der Henker den abgeschlagenen Kopf des Verurteilten anschließend verbrannte.

Vize-König Parafan de Ribera beschrieb die Situation in einem Brief an den König von Spanien: «[…] y la gente noble y del pueblo han mostrado gran contentamiento, dunque [aunque, anche se, nonostante?] nunca abian visto hacer justicia […]». «[…] die Leute vom Adel und vom Volke zeigten große Zufriedenheit, auch wenn sie niemals Gerechtigkeit haben vollziehen sehen ??? […]». Gewiss hätte de Ribera dieses Detail in seinem Schreiben an den König von Spanien nicht ausgelassen. Es scheint tatsächlich, dass auf die Hinrichtung von Giovan Francesco Alois eine, wenn auch nur kurze Phase der Besinnung und der Organisierung einer Aufruhr gegen den Kommissar der Inquisition und gegen seine Helfer in Neapel folgte.